Wälder unter Wasser

Seegraswiesen sind artenreiche und ökologisch sehr wertvolle Lebensräume im Mittelmeer. Die wichtigste Art, das Neptungras, ist allerdings massiv bedroht und zieht sich immer mehr zurück. Damit verschwinden wertvolle Lebensräume, die vielen Fischen und Wirbellosen Tieren Schutz und Nahrung bieten.

Die einzige im Meer lebende Blütenpflanze

Seegräser, von denen es fünf verschiedene Arten gibt, sind Blütenpflanzen, die sich vor vielen Millionen Jahren aus Landpflanzen entwickelten und sich später an die Bedingungen im Meer anpassten. Seegras ist die einzige Blütenpflanze, die im Meer leben kann.

Seegras bindet Sedimente und trägt so zum Küstenschutz bei

Die größte, häufigste und wichtigste Art im Mittelmeer – ist das Neptungras (Posidonia oceanica). Das Neptungras wächst auf Sand- und Weichböden, die an hellen, sonnenbeleuchteten Stellen liegen. Deshalb findet man Seegraswiesen meist nahe der Wasseroberfläche, selten auch in Tiefen bis zu 50m, wenn dort das Sonnenlicht weit hinabreicht.

Posidonia Oceanica bildet große und üppige Wiesen, die vielen Fischen und Wirbellosen Tieren Lebensräume bietet. Das Fundament der Seegraswiesen sind unzählige Wurzelsprossen (Rhizome), aus denen weitere Wurzeln und bandförmige Blätter des Seegrases hervorgehen.

Fein verästelter Lebensraum für viele Tiere

Fein verästeltes Neptungras-Rhizom mit Blättern

In dem dichten Wurzelwerk lagern sich Sedimente und Sand ab, die die einzelnen Seegräser langsam überdecken, während die Seegraswiese in die Höhe wächst. Das alles geschieht sehr langsam – in einem ganzen Jahrhundert wächst ein solcher Seegraswald nur rund einen Meter. Durch das Zusammenspiel von feinem und groberem Sand, vielen kleinen Wurzeln und der ständigen Wasserbewegung, bilden sich in einer solchen Wiese ganz unterschiedliche Lebensräume.

In Seegraswiesen findet man Kalkrotalgen, Moostierchen-Kolonien, Seescheiden und Schwämme, Seeigel, die große Steckmuschel, Seepferdchen und viele andere Fische. Zwischen den Wurzeln und im dichten Blätterwald finden viele kleine Lebewesen Schutz und Nahrung.

Die grünen Neptungras-Oasen sind massiv bedroht

In Seegraswiesen finden auch Seepferchen Schutz und Nahrung

Neptungras-Wiesen ziehen sich allerdings immer mehr zurück. Durch die zunehmende Erwärmung, durch den Zufluss von Abwässern in das Meer sowie durch Wassersport und Tourismus. Dadurch leidet die Artenvielfalt, bedroht die schon beanspruchten Fischbestände zusätzlich und führt langfristig zu einer Schwächung von Küstenstrukturen: Schließlich binden Seegraswiesen Sediment und sorgen so für eine Abschwächung starker Wellen.

Neptungras-Wiesen erhalten

Schutz von Seegraswiesen erhält die Artenvielfalt im Mittelmeer

SaveOurSeas beobachtet an ausgewählten Küstenabschnitten des Mittelmeers die Entwicklung des Bestands von Seegraswiesen und engagiert sich mit Projekten für den Erhalt und Schutz dieser faszinierenden Lebens-Oasen im Meer.

Ohne die üppigen Seegraswiesen würde dem Mittelmeer, Touristen und Einheimischen, viel fehlen: Artenvielfalt, Lebendigkeit und Schönheit.

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